Konfliktlösung als ganzheitlicher wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

gestärkt durch die IHK München & Oberbayern, Die Deutsche UNternehmerbörse (DUB) und die Deutsche Stiftung Mediation

Konflikte kosten. Geld. Zeit. Energie.

Dies gilt sowohl im Sinne von „New Work“, als auch im Sinne von „Classic Work“.

Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen spielt eine gute (Arbeits-) Beziehung zwischen der Leitung und den Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle. Selbstverständlich profitieren auch Konzerne von Mitarbeitenden, die gerne in ihrem Unternehmen arbeiten.

 

Die Unternehmensberatung KPMG stellte in ihrer Konfliktkostenstudie fest:

  • Mitarbeitende beschäftigen sich 10-15 % ihrer Arbeitszeit mit Konflikten.
  • Führungskräfte investieren sogar 30-50% ihrer Zeit in Konflikte und deren Folgen.

 

Und somit belasten Konflikte 20% der Personalkosten eines Unternehmens.

 

Der AOK Fehlzeitenreport 2019 ergab, dass die Behandlungskosten und Ausfälle am Arbeitsplatz, die durch Konflikte verursacht werden, eine volkswirtschaftliche Belastung in Höhe von 40 Milliarden Euro pro Jahr zur Folge hat.

Diese Zahlen sind immens – und zwar sowohl wirtschaftlich als auch menschlich gesehen.

 

Für mich bedeutet das: eine Konfliktlösung kann ein wirtschaftlicher und menschlicher Erfolgsfaktor sein.

 

Meine Vision ist es, dass eine Wirtschaftsmediation genauso selbstverständlich in Anspruch genommen wird, wie ein Training oder Coaching.

 

Dies sind einige mögliche Anzeichen für (kalte und unterschwellige) Konflikte:

  • Grüppchenbildung
  • Schleppende Projektfortschritte
  • Die Mitarbeitenden beschäftigen sich mehr mit sich selbst als mit ihrer eigentlichen Arbeitsaufgabe
  • Erhöhte Krankmeldungen
  • Fluktuation.

Was kann eine Wirtschaftsmediation nun für Sie tun? Ein Fallbeispiel.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Eigentümer*in eines Unternehmens. Nun denken wir gemeinsam über verschiedene Varianten nach. Sie möchten Ihr Unternehmen verkaufen oder Sie suchen eine Nachfolge. Für die Nachfolge kommen vielleicht auch Familienmitglieder, Mitarbeitende, Investor*innen oder Geschäftspartner*innen in Frage. Oder Sie suchen nach einer Kombination.

 

Wenn Sie das Unternehmen abgeben möchten, treffen mindestens zwei Perspektiven aufeinander. Sie übergeben ein Lebenswerk. Sie sehen den Wert Ihres Unternehmens anhand der Zahlen Ihrer Bilanz, aber auch mit Ihrem Herzen und mit Ihrer Erinnerung. Sie sehen die Zeit und die Kraft, die Sie persönlich in den vergangenen Jahren in Ihr Unternehmen investiert haben.

 

Sie sehen also einen bestimmten Wert Ihres Unternehmens – Wert im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Ein Kaufinteressent*in sieht den möglichen Kauf Ihres Unternehmens als „Management Buy-In“. Er oder sie stellt sich die Frage, was dieses Unternehmen „wert ist“ und was er/sie sich leisten kann und möchte.

Bereits an diesem Punkt kann es zu verschiedenen Wert-Vorstellungen kommen.

Menschen kaufen von Menschen. Treffen jedoch unterschiedliche Positionen, Bedürfnisse und Werte aufeinander, kann das zum Scheitern eines Geschäftsabschlusses führen.

 

Wenn Sie eine Nachfolge für Ihr Unternehmen suchen, spielen auch hier Ihre Wertvorstellungen und Ihre Erwartungen eine große Rolle. Wenn Sie sich wünschen, dass ein oder mehrere Familienmitglieder die Leitung Ihres Lebenswerkes übernehmen, entspricht dies möglicherweise nicht den Interessen der benannten Nachfolger – oder nicht in allen Teilen.

Unternehmensnachfolge mit einer Wirtschaftsmediation als Verhandlungsbegleitung. Bild-Quelle: omegaconsulting
Unternehmensnachfolge mit einer Wirtschaftsmediation als Verhandlungsbegleitung. Bild-Quelle: omegaconsulting

Denkbar ist auch eine Aufteilung der Unternehmensleitung, etwa durch einen externen Prokuristen*in und einem Familienmitglied. Darüber hinaus gilt es zu entscheiden und zu verhandeln, ob und wie Sie den Übergang begleiten und gestalten möchten. Schrittweise oder von einem Tag auf den anderen? Und: Wie wünschen es sich Ihre Nachfolgenden beziehungsweise Interessenten?

 

Auch für einen Käufer sind das Themen, die es zu besprechen gilt. Insbesondere dann, wenn es möglicherweise gegenseitige versteckte Anforderungen, Werte, Erfahrungen und Erwartungen gibt.

 

Sie möchten als Verkäufer*in oder Erblasser zum Beispiel sicherstellen, dass Ihre Mitarbeitenden über 60 Jahre bis zum Eintritt in die Rente im Unternehmen verbleiben können. Weil Ihnen soziale Verantwortung wichtig ist.

Wann kann eine Wirtschaftsmediation stattfinden?

Eine Wirtschaftsmediation muss nicht erst dann in Anspruch genommen werden, wenn Konflikte eskaliert oder bereits unterschwellig vorhanden sind. Sie kann dann in Anspruch genommen werden, wenn es allen Beteiligten darum geht, neue nachhaltige Regelungen für die Zukunft im Dialog zu schaffen. Sehen Sie es als eine Verhandlungsbegleitung.

In Ihren Gesprächen festigen Sie Ihre vertrauensvolle (Geschäfts-) Beziehung durch individuelle Verhandlungen, die die Interessen und Möglichkeiten aller Beteiligten abdecken. Und das kostengünstig innerhalb kürzester Zeit.

 

Solche Verhandlungen im Rahmen einer Wirtschaftsmediation finden in vielen Bereichen Anwendung: bei Unternehmensnachfolgen und Unternehmenszusammenschlüssen, innerbetrieblich oder zwischen Geschäftspartnern. Oder auch bei einem Erbfall, und das bereits im Vorfeld, um seinen Nachlass im gegenseitigen Einvernehmen zu gestalten.

Wie verläuft eine Wirtschaftsmediation eigentlich?

Eine Mediation ist ein strukturiertes Gespräch. Ihr Mediator*in führt Sie durch dieses Gespräch und ist dabei gleichermaßen für alle Beteiligten da. Sie sprechen in einem vertraulichen Umfeld miteinander. Zunächst sammeln Sie die Themen, für die Sie gemeinsam neue Regelungen für die Zukunft erarbeiten möchten.

 

Anschließend tauschen Sie sich gegenseitig über Ihre jeweiligen Interessen aus. Danach sammeln sie gemeinsam Lösungsoptionen, bewerten diese und verhandeln Ihre Lösung miteinander – selbst bestimmt und eigenverantwortlich. Planen Sie insgesamt etwa 10 Stunden für eine Mediation ein.

 

Was können Sie als Unternehmer*in, Führungskraft oder Mitarbeiter*in tun, um erfolgreich angespannte Situationen zu lösen?

  • Investieren Sie in sich und entwickeln Sie sich in den Bereichen Kommunikation und Konfliktlösung weiter.
  • Beauftragen Sie eine Wirtschaftsmediation.
  • Lassen Sie sich in Zeiten von unternehmerischen Veränderungen von Experten*innen begleiten.
  • Die ehrenamtlich Mitarbeitenden der Deutschen Stiftung Mediation kommen gerne (virtuell) zu Ihnen, um Sie und Ihre Kolleg*innen unentgeltlich über das Thema zu informieren. 
  • Und: die IHK München & Oberbayern unterstützt Sie mit einem eigenem Mediationszentrum. 

Die Deutsche Stiftung Mediation feiert im Jahr 2021 ihr zehnjähriges Bestehen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Mediation als alternatives Konfliktlösungsverfahren bekannter zu machen und zu etablieren. Mit ihren rund 1.200 ehrenamtlich Mitarbeitenden ist die Stiftung in ganz Deutschland mit Repräsentant*innen in den Bundesländern und Fachreferaten sehr gut mit Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung und Sport vernetzt.

 

So ist zum Beispiel Brigitte Zypries – Juristin, Mediatorin und Bundesministerin a.D. – Mitglied im Stiftungsrat. Schirmherr der Stiftung ist Professor Dr. h.c. Markus Schächter – von 2002 bis 2012 Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Was hat die Deutsche Stiftung Mediation bereits erreicht und was hat sie noch vor?

Dazu Viktor Müller, Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied: „Mit dem Projekt ‚Clever streiten für Kids‘ haben wir bereits an Hunderten von Kindergärten und Grundschulen das Thema Mediation altersgerecht platzieren können; mit unserer Wanderausstellung haben wir Tausende von Menschen über Mediation informiert und so einen Beitrag zur Verbesserung der Streitkultur geleistet – wie es unser Stiftungsauftrag vorsieht.

 

Unser aktuelles Projekt im Fachreferat Wirtschaft zielt darauf ab, Mediation im deutschen Mittelstand bekannter zu machen und im betrieblichen Kontext zu verankern. Zudem bringen wir uns fortlaufend in die Politik ein und setzen Impulse bei der weiteren Förderung von Mediation durch den Gesetzgeber.“ 

Im übrigen leite ich - Nadine Greck - ehrenamtlich das Fachreferat Wirtschaft und das hier genannte Projekt.

Dr. Andrea Zechmann | Bildquelle: privat
Dr. Andrea Zechmann | Bildquelle: privat

Und Dr. Andrea Zechmann, ebenfalls Vorstand, betont: „In der Stiftung engagieren sich Mediatorinnen und Mediatoren mit unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen ehrenamtlich. Ihre Expertise bringen sie in unseren vielfältigen Projekten ein und helfen so, Mediation aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

 

Dabei spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Rolle.

 

Wie eine Wirtschaftsmediation aussehen kann, zeigen wir etwa in einer fünfteiligen Serie zu „Mediation im Unternehmen“, die in unserem YouTube-Kanal veröffentlicht wird.

 

Dadurch und durch unseren Auftritt in LinkedIn, XING und Facebook wollen wir Mediation für Jede und Jeden auf kurzweilige Weise vorstellbar und erfahrbar machen.“

Auch die deutschen IHKs haben Mediationsstellen

Eine der größten ist das Mediationszentrum der IHK München.

 

Das IHK MediationsZentrum hält auf der Webseite der IHK München Informationen sowie eine Mediationsordnung bereit, hilft bei der Anbahnung von Mediationsverfahren, benennt auf Wunsch der Beteiligten kompetente und neutrale Mediatoren und administriert Mediationsverfahren.

 

Im Mediatorenpool des MediationsZentrums, der hier online einsehbar ist, sind ca. 130 Wirtschaftsmediatoren und Wirtschaftsmediatorinnen akkreditiert. Hier finden Sie unter anderem auch mein Profil.

 

Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle ist Franziska Edlin Tel: 089-5116-1490.

 

Auch die omegaconsulting hat die Vorteile einer Wirtschaftsmediation erkannt und wendet sie nun selbst an. Dazu Frau und Herr Baumer, Geschäftsführende der omegaconsulting:

 

„Seit über 20 Jahren sind wir auf Merger & Akquisitionen im Mittelstand spezialisiert. Wir bringen zusammen, was zusammenpasst. Und dabei begleiten wir unsere Kunden nicht nur bis zum Notartermin, sondern auch darüber hinaus. Denn gerade bei einem Unternehmenszusammenschluss oder bei einer Unternehmensnachfolge sind Expertise und Diplomatie gefragt.

 

Hier gibt es oft unterschiedliche Erwartungen und Interessen, die zu Konflikten und Uneinigkeiten führen können. Ein ausgeklügeltes Projektmanagement kombiniert mit mediativen Methoden erleichtern und unterstützen den Übergang für alle Beteiligten.“

 

Fazit: Durch das Erkennen, Bearbeiten und Lösen von Konflikten und angespannten Situationen erreichen wir:

  • Zufriedene und motivierte Mitarbeitende und Führungskräfte.
  • Eine nachhaltige Senkung von Konfliktkosten.
  • Steigerung der Arbeitseffizienz.

Persönlich wünsche ich mir, dass Teams sinnhaft, motiviert und erfolgreich zusammenarbeiten, ohne dabei von kalten, unterschwelligen oder heißen Konflikten belastet zu werden.

 

Die Kurzversion meines Artikels lesen Sie hier auf der Seite der Deutschen Unternehmerbörse (DUB), Partner des Handelsblattes.

 

Die mittellange Fassung lesen Sie auf den Seiten der omegaconsulting, bei denen ich seit 2019 Partnerin bin.

 

 

Text, Grafik & Redaktion: Nadine Greck