#aufbruch wohin? Gelingende Kommunikation im Team - wir verstehen uns!

Die zwischenmenschliche Kommunikation ist sehr komplex. Manchmal ist es sogar erstaunlich, dass wir uns so gut verstehen. Und falls wir uns doch nicht verstehen: Wie können wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kommunikation gelingt und dass wir gut zusammenarbeiten? Die Antwort darauf lautet: Stellen Sie die richtigen Fragen! Welche Rolle dabei unsere Bedürfnisse spielen, wie Sie Kommunikationsfallen entdecken und vermeiden und wie wir ein wertschätzendes Feedback geben und empfangen können, erfahren Sie hier in diesem Artikel.

Mein Artikel ist ein Teil des Social Media Projektes #dieblogparade Staffel#3:

 

1 roter Faden, 11 Expert:innen. 11 Beiträge zum Thema „#aufbruch – wohin?“

Alle Beiträge bauen aufeinander auf.

 

Meine Projektkollegin Dr. Irène Kilubi wünscht sich in ihrem Prospekt, dass alle Mitarbeitenden gesehen und gehört werden. Jung und Alt. Damit wir uns alle gegenseitig hören und sehen können, sollte auch unsere zwischenmenschliche Kommunikation ihren Zweck erfüllen. Wir sollten uns richtig verstehen und nicht missverstehen. Wir sollten uns gegenseitig zuhören und vermitteln können, was (uns) wichtig ist. Wenn wir das erreichen, können wir erfolgreich, wirksam und mit Freude zusammenarbeiten und führen. 

Wann funktioniert die Team-Kommunikation nicht?

Erleben Sie, dass Ihre Projekte ins Stocken geraten? Gibt es angespannte Situationen und Kolleg:innen, die nicht (mehr) miteinander sprechen? Beschäftigen Sie sich lieber mit Ihren eigenen Themen? Das Projekt tritt auf der Stelle oder ist bereits gescheitert?

 

Immer wieder gibt es Studien, die besagen: „80% aller Projekte scheitern an der Kommunikation!“.  In der Regel steckt aber noch viel mehr dahinter: Mitarbeitende wurden nicht gehört und nun verweigern sie ihr Mitwirken, melden sich krank. Mitarbeitende haben das Unternehmen verlassen, weil sie sich nicht wertgeschätzt, nicht wohl gefühlt haben. Neue Kolleg:innen werden gesucht und müssen eingearbeitet werden. Das kostet Zeit, Geld und Energie. Wenn es nicht vorwärts geht, liegen oft (unterschwellige) Konflikte vor. Unsere Bedürfnisse und Interessen wurden nicht von anderen gewürdigt, vielleicht auch noch nicht einmal von uns selbst.

 

Wichtig zu wissen ist: Konfliktthemen entsprechen in der Regel nicht den Konfliktmotiven.

 

Das heißt: vordergründig diskutieren wir über Anforderungen eines Produktes oder einer Dienstleistung, hintergründig sprechen wir aber gerade darüber, wer über mehr Expertenwissen oder Macht verfügt. Aber auch hier sind Vorsicht und Offenheit geboten: Konflikte und Diskussionen sind nicht per se schlecht. Funktionale Konflikte unterstützen uns und unsere Organisationen in der Weiterentwicklung und ermöglichen Großes. Dysfunktionale Konflikte hingegen zerstören und belasten.

 

Als Mediatorin, Trainerin und Coach erlebe ich sowohl in Teams als auch in Familien immer wieder, dass Konflikte entstehen, weil der Umgang miteinander oder getroffene Entscheidungen als nicht fair empfunden werden. Im Gegenzug bedeutet das: Bemühen Sie sich um faire Ergebnisse und um einem fairen Weg zum Ziel. Denn wenn alle Beteiligten etwas als fair empfinden, sind sie auch aktiv dabei!

Wie funktioniert eigentlich Kommunikation?

Jeder Mensch hat seine eigene Perspektive, seine eigene Wahrnehmung und somit auch seine eigene Wahrheit. Oft gibt es hier kein „richtig“ oder „falsch“, sondern eher ein „anders“ oder ein „so ähnlich“.

 

Die mögliche Kommunikationsfalle ist: Sie interpretieren in das Gesagte und in das Gehörte das hinein, was Sie verstehen (möchten). Sie haben bereits Ihre Erfahrungen gemacht, Sie kennen Ihren Gesprächspartner mehr oder weniger gut und stellen Vermutungen an. Und Ihr Gegenüber verfährt genauso.

 

Eine weitere Falle ist die Komplexität. Das menschliche Gehirn macht es sich gerne einfach und versucht, Informationen in Kategorien aufzuteilen, um die Komplexität zu reduzieren. Hierbei können jedoch wertvolle Informationen verloren gehen. Wenn uns im Gegensatz dazu Informationen fehlen, füllen wir das mit unseren eigenen Interpretationen auf.

Um diesen Fallen zu entgehen, hilft hier ein Perspektivenwechsel, ein Austausch über die jeweiligen Sichtweisen. Das Ziel sollte es sein, sich gegenseitig zu verstehen oder zumindest nachzuvollziehen.

 

Fragen Sie sich selbst: Was möchte ich eigentlich sagen? Möchte ich mein Gegenüber um Verständnis, um eine Tätigkeit oder um seine/ihre Meinung bitten oder geht es mir um das Teilen einer Information?

 

Fragen Sie Ihren Gesprächspartner:in: Was möchtest Du mir mitteilen? Möchtest Du mich um einen Gefallen bitten, fragst Du nach meiner Meinung oder wünschst Du Dir meine Zustimmung?

 

Fassen Sie das Gesagte und das Verstandene in Ihren eigenen Worten zusammen und fragen Sie zurück: „Habe ich Dich richtig verstanden? Du möchtest, dass ich…?“ Fahren Sie so lange damit fort, bis alle Beteiligten sich sicher sind: „Ja, ich habe (Dich) verstanden.“

 

Wenn wir das gegenseitige Verständnis erarbeitet haben, sind möglicherweise einige unserer Bedürfnisse erfüllt, wie beispielsweise Harmonie, Verbundenheit, Sicherheit, Bestätigung, Zugehörigkeit, Kontakt, Wertschätzung, Vertrauen, Gemeinschaft, Austausch, Freude…

 

Unsere Bedürfnisse und Interessen treiben uns an: Sie sind unsere Motivatoren, sie sind unser Potential, aber auch unser Mangel, wenn wir von etwas zu wenig haben.

Wenn Sie sich dessen bewusst sind, wird es auch Ihnen leichter fallen, Ihre Bedürfnisse zu reflektieren, zu kommunizieren und bei den anderen zu erfragen.

 

Dies funktioniert sowohl im Team als auch in Ihrer Familie, in Ihrer Beziehung und bei Freundschaften.

Und wie ist das mit dem Feedback?

Gerade im beruflichen Kontext spielt auch das Thema „Feedback“ innerhalb der zwischenmenschlichen Kommunikation eine wichtige Rolle. Ein Feedback kann vieles sein: ein Geschenk, eine Überraschung, eine Überrumpelung, eine echte Hilfe oder sogar eine Herausforderung.

 

Und ein Feedback kann uns stärken, uns Bestätigung, Anerkennung oder konkrete Empfehlungen geben. Es kann uns aber auch verunsichern, kränken und belasten.

 

Wenn Sie (sich) jedoch dieselben Fragen stellen, wie oben genannt, kann ein konstruktives Feedback einen wertvoller Beitrag für eine gelingende zwischenmenschliche Kommunikation und Zusammenarbeit sein. Und das wünsche ich Ihnen von Herzen. Damit auch Sie und Ihr Team sagen können: „Wir verstehen uns.“

 

Ebenso wünsche ich Ihnen, dass Sie sich gemeinsam eine virtuelle Teamkultur aufbauen und entwickeln können. Eine große Bedeutung hat dabei das Vertrauen. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel meiner Projektkollegin Liliane Grandpierre mit dem Titel „#aufbruch – wohin? In eine virtuelle Teamkultur“.


Alle 11 Beiträge von #dieblogparade zum Thema "#aufbruch  wohin?" erscheinen zum Finale als Zusammenfassung hier im Magazin ab Freitag, 15. Oktober 2021.

(c) Text, Grafik & Redaktion: Nadine Greck